Einkaufsmarathon

Uff, selbst der Baumarkt meines Vertrauens hatte keine Sonnenblumenkerne mehr. Der Supermarkt war in der Beziehung schon lange ausverkauft. Allerdings kann der noch mit vereinzelten Säcke von Streusalz aufweisen, die es sogar im Baumarkt nicht mehr gibt.

Fündig wurde ich dann in einer speziellen Tierfutterhandlung. 3 kg habe ich noch bekommen, allerdings der Preis! *seufz*

Lieber Petrus, bitte, bitte! Lass es endlich wärmer werden. So schön es ist, wenn soviele Federträger bei mir herumwuseln, aber die Tierchen brennen darauf, wieder selbst Gefangenes zu verspeisen.

Und wenn die Temperaturen nicht langsam höher werden, muss auch noch in die Toiletteneinrichtung des Mitbewohners investiert werden. Sonst werden solche Aktionen vom Freigänger ja außerhäusig erledigt. Aber momentan steckt er nur mal kurz die Nase raus, befindet es als zu kühl und geht lieber ein Stockwerk höher aufs Katzenklo. Zu kalt fürs verwöhnte Popöchen.

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Nest

Irgendwann in der warmen Jahreszeit wurde ich beim Kräuterernten argwöhnisch beobachtet:

Stieglitz1

Stieglitz2

 

Als der Apfelbaum, der den Kräutern Schatten spendet, seine Blätter abwarf, konnte ich verstehen, warum die Stieglitze mich so im Visier hatten:

Nest

Im dichten Blätterwerk hatten die Stieglitze ihre Heimstatt perfekt versteckt. Ich bin sehr gespannt, ob in diesem Sommer wieder diese wunderschönen Vögel einziehen werden, oder ob die Nähe der vielen Fellträger sie davon abhält.

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Wusch

Nachdem alle Viecher gefüttert wurden: Zunächst der Mitbewohner, oft taucht mittlerweile auch der Waldschrat zum Frühstück auf, werden anschließend die Federträger verköstigt. Ich habe noch nie soviel Vogelfutter gekauft, wie in diesem Winter. Es muss warm werden, ich habe die letzte 5 kg Packung Sonnenblumenkerne im Anbruch  und bekomme keinen Nachschub mehr.

Wenn alle zufrieden sind, kann ich endlich das Haus verlassen, um das Auto aus der Garage zu buggsieren. Dazu muss ich die Terassentür öffnen. Kaum greife ich zur Türklinke, macht es: „Wusch!“ Und anschließend quäkt die große Thuja im Garten. Ein Schwarm gelb/schwarzer Vögel, vielleicht Zeisige?, wuselt am Vogelhäuschen umher und fliegt gemeinsam hoch, um sich in sicherer Entfernung, in der Thuja nieder zu lassen und mein Erscheinen lauthals quäkend zu kommentieren. Fast alle. Bis auf einen. Der wuselt alleine weiter und wundert sich, warum er plötzlich alleine futtern kann. Bis sein Blick auf die großen Füße des Körnerlieferanten fällt und er erschreckt die Flucht ergreift. Das wiederholt sich jeden Morgen. Immer verpasst einer den Anschluss. Vielleicht ist es ja derjenige, der versucht hat, durch die Terrassentür ins warme Wohnzimmer zu gelangen? Allerdings bei geschlossener Tür:

Crash

Die an der Türscheibe klebenden Federreste zeugen von einem heftigen Versuch, durchs Glas zu wollen. Vielleicht hat er bei dem Crash ja das Gehör verloren?

Wenn ich dann aus der Garage zurückkomme, haben sich die Mutigsten schon wieder in der Nähe der Futterstelle versammelt:

Futterhaus Warteschlange

Den Bioapfel, den ich angeboten habe, als die Temperaturen noch nicht so niedrig waren, wurde nur sehr zögerlich angenommen. Herr Gimpel sitzt nur zufällig daneben:

Gimpel

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Auf der Mauer, auf der Lauer …

… liegt Frechdachs und ist eeeeeendlich knipsend erfolgreich. Wenn auch in arg schlechter Qualität, ich bitte um Nachsicht.

Ich glaube, diesen Winter bin ich der einzigste im Dorf, der unseren gefederten Freunden ein wenig Nahrung spendiert. Ist Mensch dabei ein wenig spät dran, versammelt sich schon mal Einiges in den nahen Bäumen:

Warteschlange

Sind das Zeisige oder Schafstelzen? Die kleinen gelb/schwarzen Federbälle? Die rotbäuchigen sind Gimpel, oder?

Frau Specht hat es nicht so mit Warten, sondern verwendet ein anderes, bewährtes System. Entweder wird der Vogelhausstamm bei genügend Nahrung für schlechte Zeiten mit Trockenapfel bestückt:

Depot

Oder Frau Specht klaut einen Sonnenblumenkern und stopft ihn in die Ritze zum Knacken:

Bestueckung

Das sieht nach Genuss dann so aus:Schale

Herr Specht ist noch viel zurückhaltender und gibt sich in sicherer Entfernung lieber die Kugel:

Kugel

Ich hatte eine schlechte Netzqualität bei den Meisenknödeln erwischt. Die Dinger waren in der Verpackung schon offen. Deshalb habe ich oben und unten versucht das Netz mittels Karabinerhaken zusammenzuhalten und dann im Baum verhakt. So nicht nur zur Verköstigung von Meisen und Herrn Specht, auch Elstern und Amseln können nun bequem zuschlagen.

Wie lange habe ich versucht, Ehepaar Specht aufs Bild zu bannen. Es gelang nur im Flur stehend, hinter dem Türrahmen und quer durchs Wohnzimmer und Terrassentür mit maximalem Zoom versuchen, die misstrauischen Vögel einigermaßen erkennbar abzulichten.

Am liebsten speist Frau Specht in Öl gebadete Haferflocken:

Napf

Hier gelang mir ein Zufallstreffer von der Couch aus, zwar auch durch die Tür aber eindeutig besser erkennbar.

Wie man sieht, serviere ich die Haferflocken-Apfel-Rosinenmischung im Katzenfutternapf, was Nachbarskater Felix doch sehr verwirrte.

Auch versteckt auf der Couch konnte ich beobachten, wie Felix auf seinem Rundgang den Napf erblickte. Die von ihm so geliebte Katzenminze ruht ja derzeit unter einer weißen Haube. Bin gespannt, ob sie wieder kommt. Aber ich schweife ab. Freudestrahlend näherte sich Felix dem Napf und liess sich davor nieder. Zögernd beschnüffelte er den Inhalt. Es roch wohl sehr neutral. Jedenfalls nahm er einen Bissen. Kaute und befand es für wenig attraktiv. Er erhob sich wieder, ging ein paar Schritte, guckte sich um und man konnte seine Gedanken lesen: Katzennapf. Muss Katzenfutter drin sein. Also nochmals zurück und einen weiteren Bissen probiert. Dabei muss er wohl statt Haferflocken ein Apfelstück erwischt haben, denn empört spuckte er es von sich und ging von dannen. Aber nicht, ohne sich an der Treppe nochmals umzudrehen und einen zweifelnden Blick zum Napf zurück zu werfen. Ich kringelte mich vor Lachen, was er dann wohl mitbekam, denn hoch erhobenen Hauptes zog er beleidigt ab.

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Tierquäler

Ich. Ja, wirklich, aber definitv nicht absichtlich!

Nicht nur die Fellträger haben auf Winterbetrieb umgestellt, sondern auch ich habe seit letztem Wochenende wieder die Heizung vom Sommerbetrieb erlöst. Seit wir kühle Temperaturen haben, ist der Waldschrat wieder öfters zu erblicken. Da wird durchaus an einem Sonntagnachmittag in meinem Wohnzimmer der Stuhl an der Heizung in Beschlag genommen.

Aber auch mir war kalt, was automatisch Gelüste zu einer heißen Suppe zum Aufwärmen weckte. Also wurde der Schnellkochtopf mit 2 Hähnchenkeulen bestückt und ein leckeres Süppchen daraus produziert. Näheres findet man hier. Nach dem Abkühlen wurde das Fleisch vom Knochen gezerrt und dabei Haut und Knorpel säuberlich in den Katernapf sortiert. Und es kam, wie erwartet: Der Waldschrat erschien, von seiner feinen Nase geleitet.

Heißhungrig, wie immer, stürzte er sich darauf und ich verzog mich ins Wohnzimmer, damit er ungestört speisen konnte. Aber seltsamerweise klapperte der Napf dauernd. Komisch. Als ich nachguckte, sass der Waldschrat mit betröppeltem Gesicht davor. Anscheinend schmeckte es ihm nicht und ich gab ihm stattdessen eine schöne Portion Trockenfutter, wonach er sich wohlgesättigt in den Sessel verzog. Aber nach einer ausgebigen Putzaktion lockte ihn  der Huhngeruch erneut an den Napf und mit Todesverachtung vertilgte er dann doch die Hähnchenreste.

Als ich anderntags mein Süppchen probierte, wurde mir klar, was ich dem armen Waldschrat angetan hatte. Ich hatte eine höllisch scharfe Chilischote erwischt! Ja, ich Tierquäler. Weia, armer Waldschrat!

Das nächstemal wird bei der Suppenproduktion nur der Lorbeer zugegeben, die Chili kommt danach portionsweise in Form von Cayennepfeffer ins Süppchen. Dann kann der Waldschrat Hühnchen verspeisen, was nicht im Mund zurückbeisst! Aber meine Hochachtung, er hat alles bis auf das letzte Fitzelchen vertilgt. Ihm war sicher schön warm geworden.

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Auf Krawall gebürstet

Eigentlich wähnte ich den Mitbewohner schlummernd auf der Couch. Aber als draußen lauthals zu nächtlicher Stunde Katergesänge zu vernehmen waren, stellte ich fest, dass der Platz verwaist war.

Also Terassentür geöffnet und gerufen. Keine Reaktion. Nach vorne zur Haustür und dort gerufen. Diesmal ertönte eine laute Antwort, aber ich hatte den Eindruck, das war eher Richtung Garten. Taschenlampe geschnappt und wieder Richtung Terasse suchend losgestiefelt. Und da kam er, der schwarze Schatten. Als er ins Helle trat, konnte ich sehen, wo der Ausdruck – auf Krawall gebürstet – herkam. Denn der Herr trug den Schwanz hochgereckt als Flaschenbürste und war auch ansonsten schön aufgeplustert.

Zur Belohnung, dass er den Kampf abgebrochen hatte und stattdessen meinem Ruf gefolgt war, wollte ich ihm etwas Paste geben. Aber man merkte, dass er noch immer auf Krawall gebürstet war, denn es ging nicht schnell genug und er versuchte mit kralligen Pfoten nach zu helfen. Das macht er normalerweise nicht, ich habe bisher selten Kratzer von ihm bekommen.

Mit wem wird er sich wohl den Fight geliefert haben? Er hatte noch einen dicken Fellbatzen an einer Kralle hängen. Aber das Fell war grau. Also weder Waldschrat, noch der kleine Felix, der Katzenminzedieb von gegenüber. Bleibt ein grauer Tiger, wo ich nicht weiss, wo er hingehört, aber den ich auch schon mal an der Katzenminze beobachtet habe. Und mit dem der Mitbewohner sich schon mal im Garten so gefightet hat, dass ich die beiden mit dem Besen trennen musste. Männer. Immer diese Revierkämpfe!

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Stau

Das morgendliche Ritual des Mitbewohners sieht eigentlich in der Regel so aus: Erscheint der Mensch gewaschen und gedressed, erhebt sich der Herr gemütlich von der Couch und macht dann vehement darauf aufmerksam, dass die Nacht lang war und der Magen leer.

Wurde das knusprige Frühstück serviert und große Schneisen darin geschlagen, wird in warmer Jahreszeit das Öffnen der Terassentür durch den Menschen zwecks Blömcherfütterung dazu genutzt, das nötige Quantum Feuchtigkeit zum Knusperfrühstück am Teich zu tanken. Mittlerweile hat der Mitbewohner jedoch auf Winterbetrieb umgestellt und da ist das vom Mensch servierte Nass im Trinknapf durchaus akzeptabel.

Es folgt der übliche und hier auch schon fotografisch festgehaltene Rundumblick des Mitbewohners über das Revier vom Küchenfenster aus. Erblickt man dabei einigermaßen erträgliches Wetter, überzeugt der Herr sich dann persönlich über den Revierzustand und entschwindet.

Als ich heute morgen das Auto aus der Garage holte, war der Mitbewohner gerade im Aufbruch. Ich musste noch etwas aus dem Schlafzimmer holen und erblickte danach den Mitbewohner vor seiner Katzenhaustür. Ich lockte ihn zu einer weiteren Abschiedstreichelrunde, erntete aber keinen Krümmel Aufmerksamkeit. Sehr ungewöhnlich.  Leise öffnete ich die menschliche Haustür, schlich die Treppe hinunter und ums Eck. Und erblickte dann, was ich mir schon gedacht hatte: Katzenhaustür außerhäusig wurde blockiert vom Waldschrat, der sich zeitlich verspekuliert hatte, den Mitbewohner schon auf der Revierrunde wähnte und rein wollte, um die Frühstücksreste zu stibitzen.

Kater können richtige Biester sein. Da lässt der eine den anderen nicht rein und auf der anderen Seite lässte der andere den einen nicht raus.

Also erstmal Staubeseitigung. Neuen Futternapf holen, bestücken und damit den Waldschrat vom Ausgang weglocken, damit der Mitbewohner freien Revierzugang hat. Anschließend beim Chef kleine Brötchen backen, da Mensch das nicht einkalkuliert hatte und mal wieder zu spät war. Grund des Zuspätkommens: Stau. Ähem, Katerstau, aber so genau braucht man ja nicht zu begründen, oder? 😉

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Wildwechsel

Es scheint ein strengen Winter zu werden. Bereits zum wiederholten Male musste ich auf der Wegstrecke zur Arbeit, die ein längeres Stück durch einen Wald führt, heftig bremsen. Ein Tier kreuzt regelmäßig die Straße und ich hoffe inständig, dass es ihm nicht so geht, wie einem seiner Vorfahren, weil es seine Geschwindigkeit gegenüber der motorisierten Straßenbenutzer überschätzt hat. Eine Art Wildwechsel könnte man dazu sagen. Tatsächlich ist es aber ein flinkes, rotbraunes Etwas, das von einem herrlichen buschigen Schwanz geziert ist. Ja, ein Eichhörnchen quert regelmäßig meinen Arbeitsweg. So emsig, wie es unterwegs ist, scheint der Winter hart zu werden.

Hoffentlich finden die Artgenossen, die meine Walnussbäume und Haselnussbüsche plündern, alle ihre Verstecke wieder. Mittlerweile musste ich schon drei weitere Walnussbäumchen kappen, abgesehen von den vielen Haselnussbüschen, die an unerwarteten Stellen aus dem Boden sprießen. Fleißig sind sie, die Tierchen. Mal sehen, ob sie mir noch etwas zum Ernten übrig lassen.

Heute war eine weitere Vollbremsung nötig. Ab Mitte des Wäldchens verläuft die Straße zum Arbeitgeber mit leichtem Gefälle. Als Benzinknausriger Mensch lasse ich von da an das Auto ausgekuppelt laufen, so dass ich im Ort gerade so passend die 50 erreiche. Heute musste ich dort jedoch jäh stoppen: Mitten auf der Straße stand eine schneeweiße Katze und schaute konzentriert in eine andere Richtung. Ob sie taub war? Das kommt ja oft bei weißen Tieren vor. Ich hatte den Eindruck, dass sie erst durch die Erschütterung, die das ABS verursachte, sich von dem Anblick, der sie fesselte, losreißen konnte. Sie warf mir einen überraschten Blick zu und schlenderte dann langsam zur anderen Straßenseite. Keine Sekunde zu spät, denn kaum dass sie dort angelangt war, schoss ein anderes Auto um die Kurve. Der hätte nicht mehr bremsen können und die weiße Schönheit hätte keine Chance gehabt. Puh, Glück gehabt.

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Hubbel

Als ich heute morgen schlaftrunken aus dem Schlafzimmer torkelte, war das Haus noch vollkommen ruhig. Während des kurzen Besuches der Örtlichkeit beschloss ich, dass die Socken mittlerweile trocken sein müssten und stiefelte zur Waschküche in den Keller.  Jawoll, mein siebter Sinn trog nicht: Alles war trocken und konnte von der Leine genommen werden. Nachdem ich die Wäsche und mich aus dem Keller hochgeschleppt hatte, ging ich ins Schlafzimmer, um die Teile zu verstauen. Noch immer war alles ruhig im Haus, keine Spur vom Mitbewohner.

Danach war es Zeit, wieder einen Menschen aus mir zu machen und ich begab mich ins Bad. Dabei bemerkte ich aus dem linken Augenwinkel heraus eine seltsame schwarze Erhebung auf dem schwarzen Flurteppich. Vollbremsung und genauer hingesehen: Die Erhebung knurrte und fauchte. Aha, Herr Waldschrat hatte eine schlechte Jagd-Nacht und schob Kohldampf. Ein zweites Aha: Das Knurren und Fauchen hatte eine Weckfunktion und rief den Mitbewohner auf den Plan, der Herr signalisierte: „Ich bin aber zuerst dran!“

Also die menschliche Reinigungsorgie erst mal vertagt und zur Fütterung der Raubtiere geschritten. Die vorhandenen Trockenfutterreste hätten nur noch für den Mitbewohner gereicht, nicht aber für die Knotterbüx, also erst ins Stübchen und eine neue Tüte heraus gesucht. Dabei den Waldschrat ermahnt, als er das Stübchen erkunden wollte, da gibt es eindeutig zu viele Verkriechmöglichkeiten. Der Herr legte nach der Verbalen Ermahnung auch tatsächlich den Rückwärtsgang ein, liebäugelte aber heftig mit der offenen Schlafzimmertür. Ein lautes, warnendes „Äjjjj!“ jedoch genügte, dass er von seinem Vorhaben Abstand nahm und mir, bzw. der Futtertüte lieber in die Küche folgte. Natürlich mit lautstarkem Grollen. Da die Tüte neu noch nicht gut zu handeln war, wurde die Portion recht groß. Beim Napf des Mitbewohners hatte ich sie dann besser im Griff. Selbigen ins Wohnzimmer getragen, wo der Mitbewohner wieder die Show abzog: „Ich habe soooooo lange nix zu essen gekriegt und bin ja soooooo hungrig!“ und sich darauf stürzte. Somit war ausreichend Zeit vorhanden, um schnellen Schrittes zur Haustür zu gelangen, verfolgt von der grummelnden Faucher, der sich dann ebenfalls auf den Napf stürzte.

Die geschlossene Haustür schützte ihn vor den futterneidigen Blicken des Mitbewohners, der erstaunlich schnell gesättigt war und kontrollierend im Flur erschien.

Somit hatte ich endlich Zeit für die Morgentoilette. Anschließend stand Fütterung der Blömcher auf dem Plan und als ich die Haustüre öffnete, Gießkannen-bewaffnet, stellte ich fest, dass der Waldschrat wohl tatsächlich sehr hungrig gewesen sein musste. Denn während der Napf des Mitbewohners noch fast gefüllt war, waren beim Waldschrat nur noch einige Anstandskörnchen zu sehen. Der Herr war längst weiter gezogen.

Nun kennt er mich schon so lange, aber das feindselige Verhalten seinerseits wird eher noch schlimmer. Nachdem er mich nach dem Fressen schon zweimal angesprungen hat, habe ich mittlerweile einen Besen griffbereit, um ihn nach draußen zu geleiten. Nicht, dass ich ihn rauskehren würde, aber der Anblick genügt und er zieht dann freiwillig von dannen. Er darf gerne bei mir schlafen, aber nach dem Fressen in den Flur zu markieren, das kommt nicht in die Tüte. Also wird er immer nach draußen begleitet, wenn er Anstalten macht, aufzubrechen.

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Hallo-Wach

Noch ziemlich schlaftrunken wankte früh morgens ich nach der Toilette zum Waschbecken, um die Hände zu waschen. Danach der übliche Griff zum Handtuch. Genüsslich wollte ich die nassen Finger in das weiche, flauschige, dicke Frottee vertiefen, als mir schlagartig bewusst wurde, dass die Finger stattdessen auf etwas großes, hartes, Kratziges trafen. Als ich entsetzt das Handtuch von mir schleuderte, ploppte ein riesiges schwarzes Spinnenmonster hervor.

Die kalte Nässe meiner Finger hatte sie zum Glück so gelähmt, dass genug Zeit blieb, um im Schlafzimmer die allzeit bereit liegende Mückenpatsche zu holen und ihr den Garaus zu machen.

Boah, war mir übel, aber so wach war ich so früh am Morgen schon lange nicht mehr!

Ähnlich wach wurde ich vor einiger Zeit, als mein Fernsehschlummer durch ein Geräusch unterbrochen wurde, was mein schlaftrunkenes Hirn nicht mit der Fernsehgeräuchskulisse in Verbindung bringen konnte. Es zirpte. Aha, eine Grille hatte sich in menschliche Nähe begeben. Die Viecher sind der Horror. Sobald man mit der Patsche ausholt, hüpfen die weg und wenn man Pech hat, genau in die falsche Richtung. Das blöde Vieh war nach dem Hüpfer natürlich nicht mehr zu hören, noch viel weniger zu sehen. Also bekam der Mitbewohner die ehrenvolle Aufgabe, seinen Jagdtrieb entsprechend zu gestalten und ich verzog mich schnellstens ins Bett.

Am nächsten Morgen den Mitbewohner interviewt, ob seine Jagd erfolgreich war, aber der gähnte mich nur gelangweilt an und begab sich ans Küchenfenster, um sich einen Überblick übers Revier zu verschaffen. Irgendwie hatte er mich missverstanden …

Wieder war nix zu hören und zu sehen. Als ich am Abend jedoch zurückkam und zur Steckdose griff, um den Schalter zu betätigen, fiel mein Blick auf das schwarze Vieh, was direkt daneben saß. Aber dieses Mal war ich auf Zack: Ich näherte mich ganz langsam und vorsichtig mit ausgestreckter Hand, die einen angeschalteten Handstaubsauger festhielt.

Tja, da hatte die Grille die Saugkraft versus ihrer Sprungkraft unterschätzt. Sicherheitshalber durfte der Staubsauger ein paar Tage auf der Terrasse bleiben.

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